Eine botanische Wundertüte

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„Spießblättriges Helmkraut“, „Behaarter Ginster“, „Aufrechte Grasnelke“ – man muss kein Pflanzenliebhaber sein, um sich für diese Wortgebilde zu begeistern. Und der 352 Seiten starke „botanische Wanderführer für Hamburg und Umgebung“ ist voll davon: Wie wäre es mit „Wasser-Greiskraut“, dem „nickenden Milchstern“ oder den „orientalischen Zackenschötchen“? Oder doch lieber „Kuckuckslicht-Nelke“ und „wolliger Hahnenfuß“? All diese Pflanzen entdeckt der aufmerksame Spaziergänger in und um Hamburg – wenn er dieses unterhaltsame Buch dabei hat. Die Mitglieder das botanischen Vereins zu Hamburg e. V. haben 95 Touren vom Feierabendspaziergang bis zum Tagesausflug zusammengestellt. Ob Jenischpark oder Boberger Dünen, Entenwerder oder Hamburger Hauptbahnhof: Die Hansestadt zeigt sich mit dem Blick durch die botanische Brille noch einmal völlig neu. Nach der ersten Lektüre möchte man sofort aufspringen und den südchinesischen „Götterbaum“ am Hauptbahnhof aufsuchen oder ebenda schon mal für den Sommer die armenische Brombeere erkunden. Diese wurde 1837 durch die Flottbeker Baumschulen Booth nach Europa eingeführt und unter dem Namen „Theodor Reimers“ vom Donners Park aus weltweit gehandelt. 600 Fotos, anschauliche Karten zu allen Touren, gute Einkehrtipps und vor allem die kurzweiligen und informativen Texte machen aus diesem Wanderführer ein Standardwerk, das in keinem Hamburger Haushalt fehlen sollte. Und jetzt: Raus in die Hamburger Natur! Der botanische Wanderführer für Hamburg und Umgebung, Dölling und Galitz Verlag, 19,90 Euro.

Kleiner Nachtrag: Der botanische Verein e. V. erwandert an den nächsten Wochenende Routen aus dem Buch und man kann als Interessierter einfach mitwandern: www.botanischerverein.de

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