Hamburger Kunsthalle „…find ich gut!“

ECE/ Kunsthalle

Wow, da hat aber einer was übrig für die Kunst. 15 Millionen Euro! Alexander Otto (ja, einer aus der Versandhaus-Familie, siehe kleines Foto) spendiert den Hamburgern eine aufwändige Sanierung ihrer Kunsthalle. Das ist viel Geld, wenn man aus Dessau zurück kommt, wo gerade zum Beispiel um einen 300.000 Euro fehlenden Betrag fürs Theater gestritten wird. Man steht auf der Pressekonferenz im Kaisersaal des Hamburger Rathauses und möchte fragen: „Ist das nicht noch was in der Portokasse, Herr Otto?“ Okay, war nur ’ne Frage IMG_4192(und von der Elbphilharmonie aus gesehen sind 15 Millionen quasi nix, die kostet mittlerweile das 52-fache). Ich gönne es der Hamburger Kunsthalle, wirklich! Auf der Museumsinsel neben dem Hauptbahnhof ist zwar einigermaßen was los, aber so richtig bespielt wird die Fläche und das ganze Ensemble nicht. Wie ein leicht distanziertes Ehepaar liegen der alte und der neue Kasten nebeneinander. Zwei, die zwar (unterirdisch) verbunden sind, aber einander gar nicht mehr in die Augen schauen. Und jetzt? Blick zurück nach vorn! Der Eingang der 1869 erbauten Kunsthalle entsteht bis 2016 wieder da, wo er früher war, gegenüber der Galerie der Gegenwart. Drinnen wird natürlich auch nicht nur ein bisschen frischer Putz an die Wände geworfen. Die Kunsthalle macht sich schick für die Gegenwart! Das Foyer wird riesig und lichtdurchflutet, das Cafe Liebermann in neuem Glanz erstrahlen, die Ausstellungsflächen modernisiert und auch das tausende Werke umfassende Depot vom Staub befreit. Dazu neue Veranstaltungssäle für alles, was Kunst so mit sich bringt und, und, und. Gute Sache? Gute Sache! Auch wenn manche einwenden, dass sich hier ein Privatmann verwirklicht, und ja, Ottos Firma ECE baut auch Einkaufspassagen – ganz ehrlich: Irgendwo muss das Geld schließlich herkommen! Und vergesst die vielen Hamburger Künstlerinnen und Künstler nicht, die den einen oder anderen Mäzen dringend benötigen.

Mehr Info: Modernisierungsprojekt – Hamburger Kunsthalle

Und wer es ein bisschen kritischer mag, well: Volle Deckung: Kommentar zur Modernisierung der Kunsthalle Hamburg | Monopol – Magazin für Kunst und Leben

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