Ich war im Fernsehen, aber nicht als ich.

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So, das wars mit 2014. Und kurz vor Schluss erreicht mich ein Schreiben, über das ich sehr lachen muss. Und das kam so:

Anfang November rief mich eine alte Freundin vom Fernsehen an und fragte, ob ich als ehemalige G+J-Mitarbeiterin nicht etwas in Sachen Redakteursrausschmiss bei Brigitte sagen möchte. Erst zögerte ich. Aber da ich dort in den letzten sechs Jahren keinen Job bekommen habe und vermutlich auch in den nächsten Jahren weiterhin fröhlich als freie Blattmacherin und Texterin arbeite, muss ich kein Blatt vor den Mund nehmen. Also raus mit der Sprache! Und schließlich wird der Beitrag nicht von irgendeinem Hirni-Sender, sondern von 3SAT gedreht. Ich wähne mich sicher: Die machen was Gescheites draus. Es kommt schließlich auch noch eine verehrte Kollegin zu Wort – und Info zum Hergang der Brigitte-„Verschlankung“ gibt es ja ohnehin genug.

Abends vor dem Fernseher dann erste Ernüchterung. Zur Einstimmung einen komischer Sarg aus Archivmaterial, um zu einer Grabrede anzusetzen, nicht soo originell, denke ich. Was schlimmer ist: Der Beitrag wimmelt nur so vor inhaltlichen Fehlern. Gruner + Jahr gibt es nicht mehr – stimmt so nicht. Bei der Brigitte arbeiten fast nur noch Männer? Schlicht falsch. Dann komme ich. Och, sehe ja noch ganz passabel aus, denke ich. Und dann kommt die Bauchbinde, damit man auch weiß, wer da spricht: Hildegard Bode, stellvertretende Chefredakteurin Brigitte 1986-98. Nicht, das ich Hildegard Bode nicht schätzen würde, aber mein Name ist nun mal meiner, zudem war ich Chefredakteurin von Young Miss. Dann kommt Hildegard Bode ins Bild. Ihre Bauchbinde: Brigitte Fischer. BRIGITTE FISCHER? Leider geht das dann immer so weiter. Sobald ich ins Bild komme: Hildegard. Sobald Hildegard: Brigitte. Fast schon lustig, denn die Tage darauf sprechen mich alle, die den Beitrag gesehen haben, mit Hildegard, Hilde oder gar Hildchen an. Natürlich beschwere ich mich beim Sender, große Zerknirschung bei Kulturzeit auf allen Seiten und tatsächlich bekomme ich kurz vor Weihnachten eine korrigierte Fassung des Beitrags. Dazu ein wirklich freundliches Schreiben („Liebe Frau Fischer, …DVD-Kopierstation defekt, deshalb erst jetzt…“ etc.) und dann der wunderbare Schlusssatz: „…wünsche ich Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein aufregendes 2016!“ Oh. Kein 2015 bei 3SAT? Schade eigentlich. Ich hatte mich schon ein bisschen darauf gefreut. Allen anderen wünsche ich nur das Beste für 2015, Gesundheit, Liebe, Spaß und jede Menge Knete! Eure Hild… äh… Ulrike Fischer

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