Katze Ivanka – eine tierische Oper

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Auf Facebook, Instagramm und Youtube, im Musical, im Film oder auf der Bühne: Katzen gehen immer!

In der Opera Stabile, der Studiobühne der Staatsoper Hamburg, betritt jetzt Mieze Ivanka die Welt der Oper. Die Regisseurin Vera Nemirova hat ihr erstes Libretto verfasst, Komponist Massimilliano Matesic schrieb die Musik dazu. Eine Uraufführung mit Mission: „Katze Ivanka“ soll nichts weniger, als die Liebe zur Oper erwecken. Bei Kindern, Eltern und allen, die sonst nicht so viel mit diesem Genre am Hut haben.

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Nur im Gesang vereint: Katze Ivanka und die Primadonna ©Jörn Kipping

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Katerstimmung: Alle Theaterkater schwärmen für Ivanka ©Jörn Kipping

Und das sollte bei diesem Inhalt nicht all zu schwer sein: Katze Ivanka, in der Requisite eines Opernhauses geboren, ist der heimliche Star des Hauses, singt göttlich eine Nummer nach der anderen, alle lieben sie, nur die Primadonna hasst die freche Katze, weil sie ihr regelmäßig die Schau stiehlt. Bei den Proben zu „La Boheme“ kommt es erneut zu einem Eklat, die Primadonna beschwert sich beim Direktor, der schließlich dafür sorgt, dass Ivanka aufs Land verbannt wird. Aber erstens finden Katzen immer zurück und zweitens ist es ohne Ivanka so langweilig in der Oper, dass selbst die Primadonna sie vermisst. Die Rückkehr ist gewiss… Eine Oper über die Oper mit Bildungsauftrag – funktioniert das?

Drei Gründe, die dafür sprechen:
1. Wer ein paar grandiose Ausschnitte aus berühmten Werken wie „La Boheme“, „Carmen“ oder „Eugen Onegin“ (geschickt verwoben mit der modernen Klangsprache des Komponisten) hautnah erleben will, ist hier richtig. Auch das Blumenduett aus „Lacmé“ betört (gern für Werbezwecke entfremdet: Mondeo-Commercial).

2. Die Darsteller singen und spielen, was das Zeug hält, da leistet auch das hauseigene Opernstudio ganze Arbeit. Und in der Stabile ist man so nah dran am Geschehen, dass man mitspielen könnte. Interessant am Rande: Hier treffen auch zwei Darstellergenerationen aufeinander. Während die Jungen wirklich schauspielern, sich auch die Sprechtexte zu eigen machen, bleibt der Direktor-Darsteller noch dem altmodischen Opernsprech verhaftet.

3. Die Musik! Der italienisch-dalmatinische Komponist Massimilliano Matesic bezeichnet seinen Stil zwar als „Ruinen-Musik“, weil sich die Oper nach dem 2. Weltkrieg nicht bahnbrechend neu erfunden hat, aber seine „Ruine“ klingt frisch und expressiv, für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. Der fabelhafte Johannes Harneit (hier erklärt er Ivanka) dirigiert ein top eingespieltes Ensemble.

Menschen, die gern super schräges Zeug hören und sich über die posthumane Ära des Klangkörpers Gedanken machen, die auf Videoinstallationen und Kameras auf der Bühne nicht verzichten können, werden „Katze Ivanka“ möglicherweise altmodisch finden. Alle anderen erleben einen leichten wie gehaltvollen Abend. Eine Kinderoper? Eine Familienoper? Wurscht! So oder so wird „Katze Ivanka“ ihren Weg ins Repertoire finden. Termine, Karten und Besetzung: Staatsoper Hamburg

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